Gemeinsam mit der Malerin Ruth Kohler feiert das Diözesanmuseum in dieser Ausstellung die Kraft der Farbe. „Farbe ist mein Leben“, sagt die Künstlerin. Nicht der Gegenstand, sondern die Farbe selbst steht seit Jahren im Zentrum ihrer Malerei – als Ausdruck von Kraft, Zartheit, Hoffnung, aber auch Angst und Trauer.
© Diözesanmuseum Freising, Foto: Michael Hopf
1929 in Fürth geboren, wuchs Ruth Kohler in einem musischen Elternhaus auf. Nach ihrem Studium an der Münchner Kunstakademie, wo sie Meisterschülerin bei Franz Nagel wurde, gestaltete sie Fresken, Glasfenster und Gemälde für Kirchenräume. 1960 führte sie ihr Weg nach Südafrika, wo Landschaft, Licht und neue Farbwelten ihrer Malerei frische Impulse verliehen.
Zurück in Deutschland und während ihrer zahlreichen Aufenthalte in den USA begann die Künstlerin, die Menschen in ihrem Umfeld in den Blick zu nehmen, ob als rasante Motorradfahrer in ihrer Wahlheimat Münsing am Starnberger See oder in der isolierenden Anonymität New Yorks, um sich dann ab Mitte der 1980er Jahre immer entschiedener der expressiven Abstraktion zuzuwenden. Ihre gegenstandslosen Werke zeichnen sich durch Farbkörper, Wirbel und Schichtungen aus, die aus emotionaler Erinnerung und tiefer Intuition entstehen, so dass jedes Bild zu einem vielstimmigen Dialog einlädt.
Mit internationalen Ausstellungen in London, Paris, Mailand und Rom hat die heute 97jährige Malerin die Anerkennung der Kunstwelt gefunden. Ihre Bilder verwandeln Farbe in Erlebnis und Klang, in ein poetisches Ereignis für Auge und Seele. Die aktuelle Ausstellung lädt dazu ein, die Welt der Farben neu zu entdecken – als musikalische Symphonie der Malerei.
© Diözesanmuseum Freising, Foto: Michael Hopf