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    Andachtsbild 2020

     

    Der Bilderflut unserer Zeit können wir nicht entkommen. Wir tragen selber fast minütlich dazu bei, wollen Momente und Situationen unseres Lebens festhalten, um diese mit anderen zu teilen und uns später daran zu erinnern. Bilder wecken in uns Emotionen und Erinnerungen und schaffen damit Präsenz, Nähe und Unmittelbarkeit. Diese Kraft der Bilder hat Menschen von jeher fasziniert und wurde immer auch mit der religiösen Sphäre in Zusammenhang gebracht. So sind die ersten Bilder der Menschheit besonders im Bereich von Kult und Religion zu finden. 

    In den Religionen hat sich im Laufe ihrer Geschichte ein fester Bildkanon entwickelt, eine Ikonografie, die für die Gläubigen zum einen eine Art „Corporate Identity“ darstellt – wie etwa das Kreuz im Christentum oder die Hand der Fatima im Islam –, zum anderen aber auch verschiedene Aspekte des jeweiligen Welt-, Gottes- und Menschenbildes ausdrücken soll. In ihrer konkreten Funktion sind diese Bilder vielschichtig. Sie können zu verehrten Kultbildern werden, die in gemeinschaftlich vollzogene Riten einbezogen sind. Dies trifft vor allem auf Bilder in Kulträumen zu. Sie können aber auch zu ganz persönlichen, fast intimen Bildern werden, die im eigenen Leben eine ganz bestimmte Aufgabe erfüllen. 

    Das Christentum kennt außer dem zentralen Hauptbild des Kreuzes eine große Zahl von Bildern, die für Menschen durch die Jahrhunderte sehr bedeutsam wurden und bis heute sind. Diese Bedeutsamkeit ist meist emotional, da diese Bilder die Kraft haben, Gefühle zu wecken. Diese Kraft haben sie, weil sie für eine bestimmte religiös bedingte Hoffnung oder sogar Überzeugung stehen. Sie weisen daher weit über ihren materiellen Wert hinaus und stehen stellvertretend für das Innerste im Menschen in Bezug zu einer größeren, universellen Idee. In unserem Sprachgebrauch wird dieser Moment der inneren Gestimmtheit, der Kommunikation mit dem Göttlichen, traditionell als Andacht bezeichnet. Geschieht diese Kommunikation mittels eines Bildes, so spricht man vom Andachtsbild. Heute würde man vielleicht von Besinnung oder Meditation sprechen. 

    Neben dem Kreuz hat sich im Christentum das Bild einer Mutter mit einem Neugeborenen auf dem Arm als eines der populärsten Andachtsbilder herauskristallisiert. Christen erkennen darin Maria und ihren Sohn Jesus. Hier verbinden sich verschiedene ganz menschliche, aber auch theologische Aspekte, wie Geburt, Mütterlichkeit und Liebe auf der einen und die Menschennatur und gleichzeitige Nähe Gottes in dieser Welt auf der anderen Seite. Als fürsorgende Mutter war und ist Maria bis heute für viele Menschen eine wichtige Bezugsperson im Glauben und damit im besten Sinne einallgemein verständliches Bild der menschlichen Grunderfahrung des Mutter- und Kindseins. Eine andere Grunderfahrung des Lebens bietet ein anderes Bild der beiden: Mit ihrem toten Sohn in den Armen rücken im Bild der Pietà Schmerz und Trauer Mariens in den Vordergrund und erinnern an die Endlich-keit des eigenen Lebens sowie die Trauer über den Tod anderer.

    Zwischen beiden Bildern liegt ein ganzes Leben. Und dieses ganze Leben ist in ein dichtes Netz von bedeutsamen Bildern eingewoben, die uns helfen, mit den Fragen an das Leben umzugehen. In vergangenen Jahrhunderten waren diese Bilder von Religion und Kirche vorgegeben. Die Themen der Andachtsbilder waren klar festgelegt. Den Gläubigen stand ein reiches Repertoire zur Verfügung: In Pestzeiten waren es beispielsweise Bilder des heiligen Sebastian und des heiligen Rochus; bei Kinderwunsch, Schwangerschaftsproblemen und schließlich glücklicher Geburt das Gnadenbild der Maria vom Bogenberg in Niederbayern, oder bei übler Nachrede die Zunge des heiligen Johannes von Nepomuk. 

    Heute sind diese Bilder der religiösen Erfassung, der Deutung des eigenen Lebensweges und des Weltgeschehens individualisierter als früher. Was hat für uns heute existentielle Bedeutung und welche Bilder können dies ausdrücken? Wie berühren sie uns und wie gestalten wir ganz persönliche Andachtsbilder? Welche Bilder finden wir heute, die uns helfen, bei Krankheit und anderen lebensbedrohlichen Situationen, in Zeiten von Klimawandel, Fake News, Cyber-Mobbing, von Gentechnik und sozialer Vereinsamung unsere Ängste und Nöte sowie unsere Freude und Hoffnung auszudrücken? 

    Die zeitgemäße Gestaltung und die kunsthandwerkliche Fertigung eines Andachtsbildes kann sowohl auf eine reiche Tradition zurückgreifen und gleichzeitig eine reizvolle Aktualisierung bedeuten.

    WETTBEWERB zum ANDACHTSBILD

    Das Diözesanmuseum Freising lobte in Zusammenarbeit mit der Städt.
    Berufsfachschule/Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk, der
    Städt. Fachschule für Steintechnik/Meisterschule für das Steinmetz-
    und Steinbildhauerhandwerk, der Städt. Meisterschule für das Gold-
    und Silberschmiedehandwerk sowie der Städt. Fachschule für Farb- und Lacktechnik einen Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung
    eines Andachtsbilds aus.

    Die Auslobung erfolgte als beschränkter, einstufiger Wettbewerb.
    Teilnahmeberechtigt sind nur Schülerinnen und Schüler der kooperierenden Schulen. Der Wettbewerb umfasst die Gewerke Holz, Stein, Gold, Silber und Farbe.

    Stifter des ausgelobten Preisgeldes ist S.E. Kardinal Reinhard Marx.

    Hier im Ausstellungskatalog blättern
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